- März, Montag
Nach längerer Wartezeit und einigem
hin und her telefonieren kam heute morgen endlich das Auto das mich
zum Büro von PPAF in Bani Gala bringen sollte. Beim Warten habe ich
noch längere Zeit mit dem Sicherheitsmann vor dem Haus mit Händen
und Füßen ein paar Informationen ausgetauscht, bevor er sich dann
endlich getraut hat nach seinem
Der-neue-Bewohner-ist-Ausländer-und-muss-Geld-haben Trinkgeld zu
fragen, um danach ausgiebig Gott und mir zu danken. Als ich bei PPAF
ankomme, begrüßt mich die Assistentin des CEOs sehr herzlich, hat
mich aber drei Minuten später auch gleich weiter in ein Zimmer mit 5
jungen Menschen begleitet, denen ich diese Woche bei einer
internationalen Konferenz im Pakistan-China Center helfen werde,
einem großen Gebäude das einmal ein Geschenk Chinas an Pakistan
war. Meine Aufgabe heute bestand hauptsächlich darin Listen mit
Zusagen von Konferenzgästen abzugleichen, was zwar ein bisschen
eintönig war, mir aber gleichzeitig Einblick in die teilweise leicht
chaotische Arbeitsweise der Pakistanis gegeben hat. Alle sind sehr
nett und interessiert und fragen ob ich Kricket spiele, Orange
möchte, was ich studiere und wie alt ich bin (in dieser
Reihenfolge!). Als ich auf die Frage welcher Religion ich folge
(grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass ich Christ bin) etwas
zögere, da ich ja eigentlich tatsächlich keiner Religion folge,
kommt die meiner Meinung nach ernst gemeinte und sehr verwirrende
Frage ob ich dem Kommunismus folge oder Hitlers Regeln. (Hitler und
sein Ruf in Südasien siehe hier). Da der einen Mitarbeiterin wohl
bewusst war, dass der Kommunismus keine Religion ist und Hitler
lieber nicht erwähnt werden sollte, stoppte sie ihren Kollegen
relativ schnell was in einem unangenehmen Schweigen endete, das erst
an der Essensausgabe in der Kantine endete.
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